Warum Gruppentherapie?
In meiner Praxis wird derzeit nur Gruppentherapie angeboten. Viele Patienten/-innen sind erstmal zögerlich an einer therapeutischen Gruppe teilzunehmen.
Einige Patienten/-innen kostet es viel Überwindung sich dazu durchzuringen. Das ist ganz normal.
Aus meinen Erfahrungen aus Praxis und Klinik kann ich sagen: Häufig berichten die Patienten/-innen am Ende der Therapie, dass gerade die Teilnahme an Gruppen den großen Unterschied gemacht hat und, dass sie sehr froh sind, sich am Anfang getraut zu haben.
In meiner Praxis biete ich grundsätzlich geschlossene Gruppen an, bei denen idealerweise vom ersten bis zum letzten Termin dieselben GruppenteilnehmerInnen dabei sind.
Alle TeilnehmerInnen stehen was die Gruppe betrifft auch unter Schweigepflicht. Das ermöglicht die Bearbeitung aufeinander aufbauender Themen und erleichtert Vertrauen und Offenheit.
In einer wohlwollenden, fördernden und unterstützenden Atmosphäre und unter sicheren Lernbedingungen kann die Gruppe so zu einer großen Ressource auf Ihrem Weg zu Ihren Zielen werden.
Gründe warum Gruppen so wirksam sind gibt es einige
Die Erfahrung der Zusammenarbeit und des Zusammenhaltes in der Gruppe kann motivieren, Hoffnung geben und einen durch schwierige Zeiten tragen.
Eine sichere, wertschätzende und unterstützende Gruppe kann die Chance bieten neue Erfahrungen in Gruppen zu machen und sich in einem sicheren Raum auszuprobieren.
In der Gruppentherapie machen Betroffene die Erfahrung, dass es andere Menschen gibt, die ähnliche innere oder äußere Erlebnisse, Symptome oder Empfindungen haben. Das hilft gegen Isolation, Schamgefühl oder sich Unverstandenfühlen. Man fühlt sich weniger allein.
Die Gruppe bietet eine geschützte Atmosphäre, in der man sich öffnen kann, Erlebnissen, Gefühlen, und Gedanken mitteilen kann und unterstützt wird. Das kann erleichtern. Oft erfährt man grade die Unterstützung die man braucht.
Die Gruppentherapie bietet die Möglichkeit, Wissen über die eigene Erkrankung, ihre Entstehung sowie die Behandlungsmöglichkeiten zu erwerben. Außerdem lernen die Betroffenen durch Erfahrungen anderer TeilnehmerInnen, die sich in ähnlichen Lebenssituationen befinden. Psychoedukation in der Gruppe kann Ängste und Unsicherheiten reduzieren sowie Erlebnisse der TeilnehmerInnen normalisieren und dadurch z.B. das Selbstwertempfinden verbessern.